Rangitoto Island - Aucklands groesster Vulkankrater (11.11.01)
von Claudia Engelmann
Fast unvorstellbar, dass man, nur 30 Minuten von
einer Grossstadt entfernt, ein Fleckchen Erde findet, wo man
kilometerweit laufen kann, ohne, dass Muell den Weg saeumt oder
Fressbuden einem alle Nase lang begegnen. Ich wusste, dass Neuseeland
fuer genau solche Sachen bekannt ist, und doch ist es ein ganz
seltsames Gefuehl, wenn man es dann live erlebt.
Ich
rede von Rangitoto, 10km nordoestlich von Auckland, einem 260m hohen
Vulkan im Hauraki Gulf, der vor 600 Jahren entstand und einige Jahre
aktiv war. Er ist der Juengste und Groesste der rund 50 Vulkankrater in
und um Auckland.
Wir sind um 11 Uhr aus
dem Hafen von Auckland losgeschippert . Mit dem Islandhopper kann man
fuer $20 von Auckland ueber Devonport und Rangitoto nach Motuihe
fahren. Mit einem kurzen Zwischenstopp in Devonport sind wir also
ungefaehr eine Dreiviertelstunde spaeter auf Rangitoto gewesen.
Nach
dem ersten Weltkrieg hatten sich zahlreiche Aucklaender auf der Insel
Wochenendhaeuschen gebaut. Die Regierung verbot dies doch jedoch bald,
um die einzigartige Natur zu erhalten. Deshalb gibt es heute nur noch
Wald und schwarzes Lavagestein, einzelne halbverfallene Bungalows, ein
paar Bootsanlegestellen und ein Toilettenhaeuschen.
Einmal
auf Rangitoto angekommen, kann man je nach Alter, Kondition und
Interessen von einem Picknick am Strand, ueber fachmaennisch geleitete
Touren zu den Lavahoehlen bis hin zu eigenen Wanderungen alles machen.
Wir haben uns fuer Letzteres entschieden und sind zur Boulder Bay
gelaufen.
Nach ungefaehr einer Stunde
befestigtem Wanderweg sind wir auf ein Warnschild mit dem Hinweis „
uneven surface“ gestossen. Der unebene Untergrund erwies sich dann als
ein wahres Wanderabenteuer. Ueber Felder, nur aus schwarzem Lavagestein
und durch den dichten Busch stolpernd, waren wir froh, ab und zu einen
Wegweiser zu sehen, der uns bestaetigte noch auf dem richtigen Weg zu
sein. Nach ungefaehr einer Stunde waren wir an der Boulder Bay: Ein
Steinstrand mit glasklarem Wasser, umgeben von Felsen und weit und
breit keiner Menschenseele. Wir waren baden, haben gepicknickt und
Muscheln gesammelt. Nur mit dem Rauschen des Meeres und den Voegeln
fuehlten wir uns wie die einzigen Menschen auf diesem Planeten.
Der
Rueckweg hat uns dann allerdings schnell in die Realitaet
zurueckgeholt, denn wer ueber dieses Paradies die letzte Faehre nach
Auckland ( 4.20. pm) verpasst, hat schlichtweg Pech gehabt. Auf der
Insel gibt es weder Essen, noch einen Campingplatz. Die eigentliche
Attraktion Rangitotos sollen die Lavahoehlen sein. Mit einem
Touristenzug kann man auf dem Vulkan fahren und sich diese dann
ankucken (es wird empfohlen eine Taschenlampe mitzubringen).
Allerdings
wuerde ich jedem, der abseits von Touristenpfaden wandern moechte,
empfehlen, feste Schuhe anzuziehen, Trinkwasser und den Photoapparat
(die Natur ist wirklich traumhaft) einzupacken und sich auf den Weg zur
Boulder Bay zu machen.