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Neuseeland – der Kiwi Style

von Peter Hohenberger

Ein kiwi - das ist eine Frucht (kiwi fruit), so heißt ein Vogel (kiwi bird) und das sind die Bewohner Neuseelands (nur ganz einfach kiwi). Man kann zwar eine gewisse Zeit nach der Einwanderung ein Neuseeländer mit neuseeländischem Pass und allen bürgerlichen Rechten werden, ein kiwi jedoch wird man nur, wenn man in Neuseeland von einer neuseeländischen Mutter in eine neuseeländische Familie geboren wurde - so streng sind hier die Bräuche.

Ein richtiger kiwi ist immer weiß. Maori, die Ureinwohner, haben ihre eigene Kultur und ihre eigenen Bräuche, die wiederum von den pakehas, den Weißen, schwer einsehbar und manchmal auch nicht ganz einfach verständlich sind. Untereinander gibt es keine Rassenprobleme, nosir, nicht zwischen einem richtigen kiwi und einem richtigen Maori. Beide haben sich seit Generationen daran gewöhnt, in Frieden miteinander zu leben. Sind miteinander aufgewachsen, in der Schule die gleiche Klasse gegangen, haben Sport getrieben und waren immer mates. Allen politischen Problemen, die sich aus dem Zusammenleben der unterschiedlichen Rassen in Neuseeland ergeben, stehen sie recht ratlos gegenüber - weil sie selbst in ihrer ureigenen, neuseeländisch so tief verwurzelten Gemeinschaft solche Schwierigkeiten nicht kennen. Meist werden solche Probleme von sognenannten "Aktivisten" künstlich geschaffen und sorgen ziemlich regelmäßig für großen Ärger. Einer der bekanntesten Reibungspunkte zwischen den extremen Vertretern beider Rassen ist der alljährlich am 6. Februar stattfindende Waitangi Day, an dem im Jahr 1840 im Ort Waitangi (Bay of Islands) der gleichnamige Vertrag unterschrieben wurde und die Häuptlinge der Maoris ihr Land an die englische Krone abtraten - ohne sich über die Konsequenzen bewusst zu sein, denn sie kannten keinen Grundbesitz im europäischen juristschen Sinne.

Neuseeland hat hervorragende Schriftsteller hervorgebracht, ich erinnere nur an Janet Frame (Ein Engel an meiner Tafel) oder Keri Holme (The Bone People), beide übrigens kiwis durch und durch. Aber den kiwi style haben erst die literarischen Ikonen Barry Crump und Murray Ball der Welt bekannt gemacht, ebenfalls beide kiwis durch und durch. Also gut, vielleicht etwas mehr durch als andere...

Barry Crump hat zahlreiche Erzählungen über das Leben in Neuseeland geschrieben, seine bekanntesten sind "A good keen man" und "Hang on a minute, mate...", sein reifstes Werk war "Wild pork and water cress". Er beschreibt in allen seinen Werken das Leben eines bloke - eines richtigen Kerls, so wie er es selbst war. The big outdoors, jagen, fischen, wochenlang im bush unterwegs sein mit nichts anderem als einer 22er, einem Messer und einem Teekessel - das war ein Leben nach dem Geschmack von Crumpy, wie ihn seinen Freunde nannten. www.vuw.ac.nz/nzbookcouncil/writers/crumpbarry.htm

Murray Ball www.inet.net.nz/~waipara.sleepers/murray_ball.htm hat die weltbekannten und in Neuseeland in jedem Haushalt vorzufindende Comicserie "Footrot Flats" geschrieben. Sie handeln auf einer Farm und aus der Sicht eines Hundes, "The Dog", wird das Leben auf einer neuseeländischen Farm mit allen seinen Details äußerst humorvoll dargestellt. Murray lebt selbst auf einer Farm bei Gisborne und weiß ganz genau wovon er schreibt - oder besser gesagt: zeichnet. Wenn jemand keine Ahnung vom neuseeländischen Landleben hat, wird sich das nach dem Studium einiger Hefte von Footrot Flat sehr schnell ändern. Sofern er den Dialekt versteht, der mit Englisch nicht viel zu tun hat...
www.angelfire.com/de/nz/1stpage.html?row2col2=buechernz.html&next

Der kiwi style - was ist darunter eigentlich zu verstehen?

Eine sehr pragmatische und immer humorvolle Art, die Welt zu betrachten und in ihr zu leben. Sich selbst augenzwinkernd nur nicht zu ernst zu nehmen: the kiwi way of life. Immer auf der Suche nach Umwegen zu sein: the kiwi short cut. Und sich immer etwas einfallen zu lassen, auch wenn das Problem scheinbar unlösbar ist: the kiwi ingenuity. Und vor allen Dingen, wenn's dann schief geht, darüber herzhaft lachen zu können: the kiwi sense of humour. In dieser Reihenfolge.

The kiwi way of life
Er fängt schon mit der Begrüßung an. Männer begrüßen sich mit einer drehend-nickenden Bewegung des Kopfes. Man muss das wirklich am Spiegel trainieren. Die Hand gibt man sich eigentlich nur ganz am Anfang, wenn man sich vorstellt - und dann nie mehr wieder.

Ganz allgemein ist ein Mann, den man nicht genau kennt, ein bloke und ein Mann, den man kennt, ein mate. So einfach ist das. Dass ein mate dem anderen hilft - immer und überall - das ist selbstverständlich. Wozu braucht man denn sonst einen mate? Wenn am Haus was angebaut werden soll - could you give me a hand there, mate? Klar, wird gemacht. Zunächst geht man in den örtlichen liquor store und kauft einen Karton Bierbüchsen. Dann überlegt man erst mal mit typischer kiwi ingenuity, wie das geplante Vorhaben überhaupt zu bewerkstelligen ist und welcher work around dazu verwendet werden kann. Das dauert. Inzwischen ist das Bier alle- aber das macht nichts weiter, denn jetzt ist im Fernsehen sowieso erst mal footie dran - Fußball. Jeder wird verstehen, dass das Bauvorhaben dadurch sekundär wird.

The kiwi short cut
Oh dear. Er wird auch work around genannt - und ist immer die längste Verbindung zwischen zwei Punkten. In jeder Hinsicht, also sowohl im Straßenverkehr, auf dem Bau und auch auf der Farm als im rein hypothetischen Bereich und in philosophischen Lebensfragen - überall. Fragen Sie bloß nie einen kiwi nach dem Weg. Er wird sich auf den Zaunpfosten lehnen,. den Hut zurück- und die (selbstgerollte, wer weiß aus was) Kippe in den anderen Mundwinkel schieben, die Stirn in nachdenkliche Falten legen und ihnen dann etwas erzählen von sounsovielen chains darunter, dann soundsoviel yards da rüber und wo der große macrocarpa steht (ein Glück, wenn man weiß die Dinger aussehen), da abbiegen und dann bei Joan (das hätte aber auch Jon, John, June oder Jane heißen können, so wie sich das anhört) bist du gleich da. Findet man die beschriebene Strecke, hey, you won the bloody lottery. Und stellst außerdem fest, dass die Strecke auf der Straße um 40 Kilometer kürzer und viel einfacher zu fahren gewesen wäre...

The kiwi ingenuity
Dazu gehören vier Dinge: a shed (ein Schuppen als Werkstatt - mit der Betonung auf "Schuppen"...), Nr 8 wire (Zaundraht der Größe 8), some four by two's (Bauholz 100 mal 50 Millimeter) und ein handliches Kistchen four inch nails (100-er Spießnägel, je nach Einsatzbereich verzinkt, blank, wahlweise mit Flachkopf oder Senkkopf - vorzugsweise gebraucht und sorgfältig wieder geradegeklopft). Mit denen wird alles gemacht. Alles. Es wird sogar gemunkelt, dass Sir Ernest Rutherford (ein kiwi, geboren auf einer Farm bei Nelson auf der Südinsel) die Kernspaltung so entwickelt hat. Mit diesen Zutaten macht ein kiwi praktisch alles. Von der Raumfähre bis zum Zahnstocher. Das Resultat ist nicht immer unbedingt aus fachmännischer Sicht zu betrachten.

Man muss allerdings dazu sagen, dass die typisch neuseeländische Kombination "a bloke and his shed" www.nzbooks.com/nzbooks/product.asp?sku=JimHopkins1869502787 - also ein Typ in seiner Werkstatt - hier in jedem zweiten Haus zu finden ist. Erraten: ich habe auch einen shed.

The kiwi sense of humour
Nun ja, der ist manchmal schon recht rough - rauh. Auch nach all den Jahren in Neuseeland bin ich immer noch nicht so ganz dahintergekommen, warum manche Typen über manche Bemerkungen so sehr lachen. Aber ich arbeite dran...

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Der Autor: Der Neuseeländer Peter Hohenberger ist freischaffender Schriftsteller und war lange Zeit in Neuseeland als Touroperator tätig. Er lebt mit seiner Frau Rossi in Raglan by the Sea. www.go.to/NZ

 

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